„Spiel des Lebens“


Legende Krankl war bei den jungen Fans heiß begehrt. / Foto: Spiess

1500 Zuschauer in der Casino Arena Seefeld – das kennt man sonst nur aus dem Winter, wenn die Nordischen Kombinierer am WM-Schauplatz von 2019 ihre Runden drehen. Nicht jedoch bei einem – zugegebenermaßen – Schlagerspiel der Landesliga West. Aber es handelte sich immerhin um das „Spiel des Lebens“ – wer die Redaktion von Sky Sport Austria mit einem humorvollen Video überzeugen konnte, durfte sich über die professionelle (und unverschlüsselte) Übertragung eines Heimspiels freuen. Und das fand in Seefeld statt.

Es waren viele da, die im Fußball Rang und Namen haben: die Rapid-Legenden Hans Krankl und Heribert Weber als Experten von Sky Sport und als Einpeitscher vor Spielbeginn in den Kabinen; Michael Streiter, zu jener Zeit der auf einer Erfolgswelle schwimmende Trainer des FC Wacker Innsbruck. Und Schlagerbarde Gregor Glanz, der über das Stadionmikro als Stimmungsmacher fungierte, erinnerte sich seiner Zeit beim Stammverein Seefeld: „Acht Jahre habe ich hier gespielt …“

Dementsprechend enttäuscht war der 35-Jährige, als sich in den letzten Spielminuten die Niederlage seiner Seefelder Elf abzeichnete. 0:2 zurück, auf 2:2 herangekämpft, 2:4 verloren. Aber wer meinte, das Nachbarschaftsduell sei ein gehässiges gewesen, der irrte: „Wir kennen uns doch so gut“, waren sich die Obmänner von Telfs (Michael Kerschbaum) und Seefeld (Ernst Meier) einig.

Hans Krankl befand nüchtern, dass mit Telfs die „reifere Mannschaft“ gewonnen habe. Und gratulierte im selben Atemzug den Gastgebern für ihre kämpferische Leistung. Dass der „Man of the Match“ ein Mann seines Metiers war, schien naheliegend: Martin Lobisser erinnerte bei seinen zwei Toren an den Goleador, wie der Ex-Barça-Stürmer Krankl launig anmerkte: „Er stand dort, wo ein Torjäger stehen muss.“ Die Seefelder erkannten das neidlos an. Für Kapitän Bernhard Neuner, der das „Spiel des Lebens“ als Regisseur des Films initiierte, war ohnehin klar: „Das werden wir noch unseren Enkelkindern erzählen!“