Erster Grand Slam für Graf


Bernadette Graf überrascht in Moskau / Foto: GEPA

Wenn eine eine Reise tut, so kann sie etwas erzählen – Bernadette Graf zum Beispiel. Die Tulferin kehrte von ihrer „Dienstreise“ aus Russland mit Gold zurück. Hell glänzendes Edelmetall, das sich die 21-Jährige mit ihrem Sieg im Judo-Grand-Slam-Turnier in Moskau redlich verdient hatte.

Graf, die für das Judozentrum Innsbruck auf die Matte geht, hatte in der Olympiastadt von 1980 ihr Kämpferherz ausgepackt und sich bis ins Finale vorgearbeitet. Dort überzeugte sie mit Geduld und besiegte in der Klasse bis 70 Kilogramm die Japanerin Chizuru Arai nach fünf Minuten mit einer Yuko-Wertung.

Für Graf war es nach Silber und Bronze der erste Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier. Dementsprechend überwältigt war die Tirolerin nach getaner Arbeit. „Ich bin überglücklich, es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn in der Halle die österreichische Hymne für deinen Sieg erklingt“, erzählte Graf von ihren Eindrücken. Besonders der Kampf gegen Linda Bolder im Halbfinale sei für sie „spannend“ gewesen.

Weder die Holländerin noch eine nicht ausgeheilte Schulterverletzung warfen sie aus der Bahn. „Vor lauter Anspannung und Konzentration habe ich einfach nicht mehr an meine Schulter gedacht“, erklärte sie mit einem Lächeln.

Freudestrahlend analysierte auch Trainer Martin Scherwitzl ihr Abschneiden. „Bernadette hat eine sehr starke Leistung gezeigt und sich trotz harter Konkurrenz zu Gold gekämpft. Das ist ein gutes Zeichen für die WM“, meinte er mit Blick auf die in Rio de Janeiro stattfindenden Judo-Weltmeisterschaften.

Für Grafs Trainingspartnerin Kathrin Unterwurzacher (Klasse bis 63 Kilogramm) verlief das Turnier dagegen nicht nach Wunsch. Sie musste sich zum Auftakt der Russin Anastasia Belojiwanowa mit Ippon geschlagen geben.