Tennistitel brachte 400 Euro


Steiner servierte zum Titel / Foto: Parigger

Als 20-Jähriger zählte er zu den großen Tiroler und österreichischen Tennishoffnungen. Dafür sprach nicht nur der Gewinn des Junioren-EM-Titels im Doppel. Nach der Übersiedlung in die Südstadt schien es also nur eine Frage der Zeit, bis Christoph Steiner im internationalen Herrentennis Fuß fassen würde. Der Wörgler knabberte bereits bei diversen Future-Turnieren und anderen internationalen Einsätzen am großen Preisgeldkuchen. Als er über Position 700 der Weltrangliste nicht hinauskam, beendete er abrupt die Profi-Laufbahn.

Jetzt, als 24-Jähriger, schlägt sich Steiner auf Turnieren der Landesebene und diversen Liga-Einsätzen in Italien (Bozen), Deutschland (Bruckmühl) und Österreich (IEV Tiroler Wasserkraft) durch. Für eine Handvoll Euro. Mehr nicht. Ohne große (Tennis-)Perspektiven. Im Visier aber die Berufsausbildung zum Physiotherapeuten. Dort war er bei Kursbeginn übrigens nur als Ersatzmann gereiht. Bei der Tiroler Hallenmeisterschaft in Schwaz war Steiner auf Nummer eins gereiht. Und vorweg: Er wurde der Favoritenrolle gerecht, besiegte im Finale Titelverteidiger Johannes Schullern 6:3, 6:1. Für seinen ersten Tiroler Hallentitel kassierte Steiner 400 Euro. Ein Almosen im internationalen Vergleich.

Kurios die Ausgangslage im Damenfinale. Die für Wörgl spielende Schwazerin Isabella Reibmayr forderte die auf Nummer eins gesetzte Wörglerin Lisa Wegmair, die wiederum für Schwaz um Meisterschaftspunkte kämpft. Ein Finale, das im Zeichen der Revanche stand. Im Vorjahr musste sich nämlich Reibmayr im Halbfinale Wegmair beugen. Diesmal drehte sie aber den Spieß um, feierte einen 6:4, 6:4-Finalerfolg und damit nach 2008 den zweiten Hallentitel. „Nach der Knieoperation im Herbst habe ich mir für diese Titelkämpfe nicht viel vorgenommen“, freute sich Reibmayr deshalb umso mehr über den unerwarteten Sieg. Wegmair, von den Experten leicht favorisiert, blieb nach der Finale-Niederlage 2010 (gegen Iris Khanna) neuerlich der Titelgewinn versagt.