„Ich habe mir zu viel Druck gemacht“


Für Kira war Zürich - diesmal noch - keine Reise wert gewesen: Salto Nullo! / Foto: GEPA

„Salto Nullo“ bei der Anfangshöhe – ein Horrorszenario für jeden Stabhochspringer. Spätestens seit dem mit so großen Hoffnungen verbundenen EM-Debüt weiß Kira Grünberg, was das für ein Gefühl ist. Denn mit drei ungültigen Versuchen bei der Anfangshöhe (4,35 m) war die 21-Jährige im Finale der Leichtathletik-Europameisterschaft ausgeschieden und damit Zwölfte geworden.

Grünberg selbst zuckte kurz mit den Schultern, als sie ihren Eltern nach dem Wettkampf entgegentrat. Doch die roten Augen, all der Frust und die Trauer, die konnte Tirols erste EM-Finalistin seit 1986 kurz darauf nicht mehr unterdrücken. „Ich habe mir selbst zu viel Druck gemacht und bin nicht in den Wettkampf hineingekommen. Aber diese Erfahrung muss jeder Athlet einmal machen“, erklärte Grünberg, die erstmals in einem Wettkampf bei einer Anfangshöhe nahe ihrem Rekord (4,41 m) gestartet war.

Eine zu hohe Messlatte. Keiner der Versuche war knapp, der Rhythmus nicht vorhanden. Und die einzige Messlatte, die an diesem Abend noch höher lag, war die des Ehrgeizes. Und die machte die Sache auch nicht mehr besser. „Ich habe mir die Meldeliste vorher angesehen und gemerkt, dass viel möglich ist. Wenn ich 4,45 gesprungen wäre, dann wäre viel möglich gewesen. Dann ist alles sehr schnell passiert“, meinte Grünberg, die trotz der Trauer die Fassung behielt und mit klarer Stimme analysierte.