Toms Triumph am Horn


Die Rundfahrt rollt durch Tirol / Foto: Böhm

Enge Straßen, hohes Tempo, Regen – die erste Etappe der Österreich-Radrundfahrt mit Ziel in Mayrhofen verlangte den Teilnehmern ein Höchstmaß an Konzentration ab. „Einige sind gefahren, als ob es kein Morgen gäbe“, kritisierte Christian Pfannberger die unnötige Risikobereitschaft im Feld. Sein Tiroler Elk-Co-Kapitän Thomas Rohregger hatte dafür schnell eine Erklärung parat: „Alle sind noch frisch, jeder will gleich zu Beginn ein Ergebnis bringen und viele gehen deshalb übermotiviert an die Sache heran. Wenn es noch mehr geregnet hätte, wäre vielleicht sogar mehr passiert.“

Rohregger hatte leicht lachen, er rollte mit dem Feld ins Ziel der Zillertaler Metropole – zwei Kilometer vor dem Ziel ging die Luft aus: „Aber nur am Hinterrad, nicht bei mir“, erzählte der Kramsacher. Auch Sieger Fabio Baldato bewies auf der Zielgerade langen Atem, hielt mit seinen 39 Jahren die wesentlich jüngere Konkurrenz in Schach: U23-Weltmeister Gerald Ciolek wurde zweiter vor Elia Rigotto aus Italien. „Es ist perfekt gelaufen. Ich habe alles riskiert. In meinem Alter ist das ja nicht mehr selbstverständlich“, schmunzelte Baldato, ältester Fahrer im Feld. Baldatos Glanzstück liegt elf Jahre zurück. 1996 gewann der Italiener die prestigeträchtige Schlussetappe der Tour de France auf den Champs-Élysées.

Die Österreicher spielten im Sprint keine Rolle. Der Wiener Werner Riebenbauer belegte als Bester Rang neun. Der Steirer Jochen Summer, der vor zwei Jahren in Wien triumphiert hatte, war als 30. chancenlos. „Ich habe einfach einen schlechten Tag erwischt. Eigentlich bin ich besser in Form“, versicherte der Sprinter.