Beaver Creek und Super-Marcel


Marcel Hirschers Blick zurück auf 200 Weltcuppunkte in Beaver Creek. / Foto: GEPA

Wie heißt es so treffend: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und weil sich über Colorado ein veritables Tiefdruckgebiet mit Schnee, Nebel und Wind breitgemacht hatte, wurde der Start des Super-G nach unten verlegt und der technisch so anspruchsvolle Steilhang quasi gestrichen. Das waren ganz bestimmt keine optimalen Voraussetzungen für Marcel Hirscher, der sich ja speziell aufgrund des Steilhangs eine Außenseiterchance ausgerechnet hatte.

Doch dann: siehe Einleitung! Österreichs Ausnahmetechniker nützte seine Startnummer vier optimal aus und legte eine Bestzeit hin, an welcher der Rest der Skiwelt der Reihe nach zerbrechen sollte. Richtig dramatisch wurde es in einem Rennen mit wechselnden Bedingungen nur noch einmal, und zwar als Ted Ligety mit Nummer 29 bis auf 33 Hundertstel an Hirschers Zeit herankam. Das brachte ihm am Schluss Rang zwei vor seinem drittplatzierten US-Landsmann Andrew Weibrecht ein.

Und weil Siegen süchtig macht, legte der Salzburger im Riesentorlauf gleich nach – mit diesem RTL-Triumph in Beaver Creek war der 26-Jährige nun neuer Rekordsieger: Es war sein 15. Erfolg in dieser Disziplin, was einen neuen österreichischen Rekord bedeutete. Zuvor hielt der vierfache Gesamtweltcup-Sieger die Bestmarke noch gemeinsam mit Benni Raich und Hermann Maier. Nun hatte Hirscher die beiden hinter sich gelassen und zugleich Italiens Alberto Tomba mit ebenfalls 15 Siegen im Riesentorlauf eingeholt.

Im Abschlussrennen der Nordamerika-Serie blieb der Österreicher klar vor dem zweitplatzierten Victor Muffat-Jeandet aus Frankreich. Konkurrenz war keine auszumachen – und das war wohl vorrangig einem angeschlagenen Ted Ligety zu verdanken. „Mister Beaver Creek“ klagte wie schon zuvor Aksel Lund Svindal im Super-G über Magenschmerzen, weshalb Ligety in Lauf eins nach einem kleinen Fehler auch bereits ausschied. „Mir geht es echt schlecht“, gestand der sechsfache Beaver-Creek-Sieger, der sich bei seinem Ausfall leicht verletzt hatte, und ergänzte: „Mir ist es aber schon mal noch schlechter gegangen und ich habe trotzdem gewonnen.“