Der Tag, an dem die Raiders das Glück zwangen


Die Swarco Raiders / Foto: Parigger

An dieses Halbfinale der Eurobowl werden sich die Fans der Swarco Raiders wohl noch lange erinnern, für die Besucher im Wattener Alpenstadion glich das Spiel einem Krimi aus der Feder von Altmeister. Erst in der zweiten Overtime hatten die Tiroler gegen die Giants aus Graz mit 56:49 den Einzug ins Endspiel dieses Europacups fixieren können, bis zu diesem Augenblick war Dramatik pur angesagt.

Dramatik, die sich bei vielen Spielern sehr emotional auflöste. Gonzalo Segovia zum Beispiel stand nach dem Spiel auf dem grünen Rasen des Alpenstadions, bückte sich nach vorne und begann zu weinen. Der 128-Kilogramm-Koloss von den Raiders, der am Feld seinen Gegenspielern das Fürchten lehrt, konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. „Oft ist Wut oder Aggression das Ventil für Druck. Bei mir waren es Tränen“, sagte der Chilene mit sanfter Stimme.

210 Minuten zwischen Himmel und Hölle – das erlebte Segovia zusammen mit seinen Teamkameraden: Erst einen 14-Punkte-Rückstand zur Halbzeit, dann der zunächst vergebene Sieg durch den misslungenen Field-Goal-Versuch von Raiders-Kicker Robert Balazinec zwei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit und der Last-Minute-Fang von Receiver Ryan Voss, der die Raiders in der ersten Verlängerung rettete und sie in die zweite Nachspielzeit führte.