Zwei vergoldete Storys


Foto: Brendan McDermid/REUTERS/picturedesk.com Foto: Viesturs Lacis

Davon hatten nicht einmal die größten Optimisten zu träumen gewagt, aber es gibt sie eben schon immer wieder, diese Geschichten, von denen man versucht ist zu behaupten, die schreibt nur der Sport! Nein, nicht nur im Fußball, es gibt auch solche, die der Eiskanal zu bieten hat. Das trifft in jedem Fall auf jene von Skeleton-Ass Samuel Maier (Bild 2) zu, der nach einer Grippe-Erkrankung und einer leichten Lungenentzündung mit seinem ersten EM-Titel in Lillehammer Geschichte schrieb. Janine Flock komplettierte den rot-weiß-roten Erfolg mit einem dominanten Auftritt, der ihr nicht nur Gold bescherte.

Die EM-Krone war aber nicht zugleich der erste Weltcuperfolg für den Innsbrucker Maier. Der Chinese Lin Qinwei blieb hauchdünn vor dem heimischen Athleten. Das trübte die Freude Maiers aber kein bisschen: „Vor einer Woche bin ich noch im Bett gelegen und hätte mir nie gedacht, dass ich Europameister werde. Ich bin unglaublich glücklich – ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, suchte Maier nach Worten. Mit dem vergoldeten Erfolg stieg er auch in eine prominente Riege auf: Der 25-Jährige ist der fünfte EM-Titelträger aus Österreich. Detail am Rande: Der letzte war der Tiroler Markus Penz (Silbermedaille, 2007).

Da konnte, oder besser, wollte Janine Flock (Bild 1) nicht zurückstehen. Der Gesamt-Weltcupsieg war der Tirolerin schon vor dem ersten Lauf nur rechnerisch zu nehmen. Aber die 35-jährige Rumerin wollte unbedingt auch ihre 12. EM-Medaille verbuchen und schaffte mit der Halbzeitführung die perfekte Ausgangslage. Janine ließ dann auch nichts mehr „anbrennen“, schnappte sich den Weltcupsieg, ihr viertes EM-Gold und sicherte sich den Gesamtweltcup. Und das alles mit einem Bahnrekord. Flock: „Ich komme aus dem Lachen nicht mehr heraus. Ich hätte mir am Anfang der Saison nie gedacht, dass es so ausgeht. Ich bin einfach megahappy.“