Siegerbild der Herren mit Marco Schwarz (links) und Atle Lie McGrath (rechts) sowie Marco Odermatt, der seinen 46. Weltcupsieg feierte und lobende Worte fand: „Das war eine starke Performance der Österreicher.“ / Foto: gepa trinkl
Für den 27-jährigen Haaser brachte Sölden das beste Weltcup-Resultat im Riesentorlauf. „Es war positiv, auch wenn ich nicht alles schönreden will. Aber ohne Attacke und Überzeugung geht nichts.“ / Foto: GEPA pictures/Matthias Trinkl
Da staunte selbst Odermatt – „Marco Schwarz (Bild) ist definitiv zurück, ich gönne es ihm, er ist ein so guter Skiläufer und auch ein guter Typ.“ / Foto: gepa grebien
Bei den Herren hieß der erste Saisonsieger – nicht ganz unerwartet – Marco Odermatt. Der Schweizer hatte sich vor dem Kärntner Marco Schwarz (0,24 Sek.) sowie Atle Lie McGrath (+0,27) und Stefan Brennsteiner (0,39) durchgesetzt. Dass mit Tirols Weltmeister Raphael Haaser (6.) ein weiterer ÖSV-Star in den Top 6 landete, machte den Nationalfeiertag durch die rot-weiß-rote Skibrille perfekt. „Drei in den besten sechs ist nicht verkehrt. Wir waren schon lange nicht mehr so stark beim Auftakt“, schmunzelte „Iceman“ Haaser.
Da stand er dann nach dem Rennen, der Marco Schwarz, und seine Augen füllten sich unversehens mit Tränen. Die gewöhnliche „Coolness in Skisocken“ rang nach Worten. „Es war so ein zähes Jahr und ich möchte jedem danken, der mir auf diesem so harten und schmerzhaften Weg zurück geholfen hat.“ Der zweite Platz, 24 Hundertstelsekunden hinter dem Schweizer Riesentorlauf-Giganten Marco Odermatt, glänzte am Gletscher wie ein Sieg. „Ein paar kleine Fehler waren dabei, aber ich bin superhappy“, sagte Österreichs Ausnahme-Allrounder, der in Sölden vorher noch nie besser als 13. war.
Noch vor zwei Jahren war die Halbzeitführung des Kärntners in Sölden buchstäblich vom Winde verweht worden. Im Vorjahr zog er – unbeachtet von der Öffentlichkeit – just zum Weltcupauftakt am benachbarten Tiefenbachgletscher die ersten Schwünge auf Schnee, nachdem ihn ein Kreuzbandriss (Dezember 2023) und eine Bandscheibenoperation (August 2024) außer Gefecht gesetzt hatten.
Dass man überhaupt so gut anfangen konnte, lag auch am Ötztaler Team unter der Leitung von Pistenchef Isidor Grüner und dem letztmalig agierenden Rennleiter Rainer Gstrein. In einem kleinen Wetterfenster war das Rennen nach Verspätung in gut 40 Minuten durchgepeitscht worden. Ötztaler Perfektion eben.



