Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst langjährige Fans kaum glauben können. Nach 14 vergeblichen Anläufen war endlich der Knoten geplatzt: Die WSG hatte in Graz gegen Sturm ein 0:1 zu einem 3:1-Sensationssieg gedreht– und das vor einer Kulisse, der nur das Staunen blieb. Zwei Traumtore von Nikolai Baden Frederiksen und ein Weitschuss von Matthäus Taferner (Bild 1) machten den Abend unvergesslich. Die WSG, seit sieben Jahren in der Bundesliga, mischte 2020/21 im Meister-Play-off mit. Damals hatte auch schon Frederiksen getroffen – und das „Danish Dynamite“ zündete nach seiner Rückkehr erneut. „Er ist ein super Typ, aber es werden auch wieder andere Tage kommen“, bremste Sportmanager Stefan Köck die Euphorie. Dennoch: Die Mannschaft begeisterte mit Spirit und Kampfgeist. „Wir hatten nach der Pause das Quäntchen mehr Überzeugung. 23 Torschüsse sprechen für einen verdienten Sieg“, analysierte Trainer Philipp Semlic – und warnte vor Übermut: „Jetzt wartet ein schweres Spiel gegen Altach.“
Sechs Spiele ungeschlagen, sieben Punkte gegen Salzburg (3:2), Austria (0:0) und Sturm (3:1) – die Top sechs schienen greifbar. Doch die Warnung des Trainers bewahrheitete sich: Gegen Altach setzte es ein ernüchterndes 0:3 im Tivoli, noch bitterer die 1:2-Niederlage in Hartberg. Die WSG legte Protest ein – wegen zweifelhafter Entscheidungen von Schiedsrichter Stefan Ebner, der zwei Rote Karten gegen die Tiroler und einen „Witz-Elfmeter“ verhängt hatte. Ein turbulentes Saisonfinale für die Tiroler, die dennoch bewiesen: Kampfgeist ist ihr Markenzeichen.





