Marco Schrettl schrieb ein Kapitel Tiroler Radgeschichte


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Die finalen Wochen der Rad-Saison waren eingeläutet – und Tirols Athlet*innen etablierten sich mittendrin statt nur dabei. Vor allem der 22-jährige Marco Schrettl aus Münster, der im WM-Straßenrennen der U23-Männer in Kigali für eine Riesensensation gesorgt hatte und die Bronzemedaille holte. Es war die erste WM in Afrika, und für Tirol auch deshalb ein geschichtsträchtiger Boden, weil die erste Tiroler U23-Medaille überhaupt. Also nach den Gold-Auftritten bei den Junioren durch den Osttiroler Felix Gall (2015) und die Haimingerin Laura Stigger (2018 in Innsbruck) die nächste Nachwuchs-Medaille.

Und umso beeindruckender daran war, dass der Fahrer des Tirol Cycling Teams das alles auf eigene Faust erledigen musste. Schrettl (Bilder 1, 2) war als einziger Österreicher am Start einer WM, die nicht zuletzt wegen der politischen Unruhen in Ruanda und medizinischer Bedenken viele Fahrer*innen absagen ließ. Doch der U23-Staatsmeister positionierte sich von Anfang an geschickt im 164,6 Kilometer langen Rennen, das über einen 15,1 Kilometer langen Rundkurs in der Landeshauptstadt führte. Gut 36 Kilometer vor dem Ziel gelang es Schrettl, sich in der Ausreißergruppe mit dem späteren Weltmeister Lorenzo Finn abzusetzen. Doch als der Italiener dann mit dem Schweizer Jan Huber Ernst machte, fiel Schrettl zurück. Stark auch Tabea Huys, die im Zeitfahren Rang neun erreicht hatte und im Straßenrennen als 13. ins Ziel gekommen war. Immer wieder kämpfte sich die junge Tirolerin (Bilder 3, 4) in diesem harten Rennen an die Spitze zurück, ehe sie im Finish dem Tempo der Favoritinnen Tribut zollen musste. „In den letzten Jahren hatte ich nicht so viel Glück in den Straßenrennen, von dem her bin ich heute voll zufrieden“, resümierte die 19-Jährige.