Vier Spiele, vier Siege, 12 Punkte! Die Bilanz zur Halbzeit der Qualifikation für die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada konnte sich zwar sehen lassen, aber ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hielt dennoch den Ball flach. „Ja, die Erfolge gegen Zypern und dann das 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina bedeuten einen großen Schritt in Richtung Endrunde, aber bis jetzt gibt es keinen Grund auf etwas stolz zu sein. Es ist erst die Hälfte gespielt!“ Denn einmal mehr wurde in diesen beiden Partien die alte Fußballer-Weisheit bestätigt, in der es heißt: „Dreckige Siege sind oft die schönsten.“ Das galt für das mickrige 1:0 gegen Zypern in Linz ebenso wie für den Erfolg in Zenica. Was aber am Ende des Tages zählte, waren die insgesamt sechs Punkte. Früher hätte Österreich Spiele wie jenes in Bosnien womöglich verloren oder zumindest nicht auf die eigene Seite gezogen. Deswegen muss man Rangnick beipflichten: „Wenn wir solche Spiele jetzt auch gewinnen, spricht das in erster Linie für die Mentalität und die Einstellung der Mannschaft.“
Ähnlich wie der Teamchef bilanzierten die Spieler. „Wir hätten in beiden Partien besser spielen können. Aber es war klar, dass wir sechs Punkte brauchen, und das haben wir geschafft, darüber sind wir sehr froh“, erklärte Marcel Sabitzer (Bild 3), der gegen Zypern den entscheidenden Penalty zum Sieg verwandelt hatte und in Zenica das 1:0 erzielte. Für das Siegtor verantwortlich zeichnete gegen Bosnien mit Konrad Laimer ein weiterer Bundesliga-Legionär, der mit seiner Dynamik schier unersetzbar für das ÖFB-Team ist.
Apropos Legionäre – während David Alaba (bei Real Madrid) und Xaver Schlager (Leipzig) nach langen Verletzungspausen in Linz ihr Startelf-Comeback feierten, war der gegen Zypern nach der Halbzeit eingewechselte Romano Schmid (Werder Bremen) bester ÖFB-Akteur an einem Tag, der in der österreichischen Länderspiel-Geschichte kaum groß gefeiert werden dürfte. Wie auch immer – mehr Gesprächsstoff als das Spiel lieferte da schon ein tiefes Loch (Bild 2) im Rasen des Linzer Stadions, das in der Schlussphase für eine längere Unterbrechung gesorgt hatte.






