„Schlaflos durch die Nacht“


Foto: EXPA Pictures Wie immer ein Erlebnis der besonderen Art – das Startprocedere beim Ötztaler in den frühen Morgenstunden bei Kaiserwetter in Sölden / Foto: EXPA Pictures Das Siegertrio mit Daniel Federspiel (Mitte), Jonas Holzknecht (links/+3:35 zurück) und Matthias Reuttiman (rechts/3:40 zurück). Holzknecht hatte sich mit einem sensationellen Zielsprint Platz zwei geholt und war zum richtigen Zeitpunkt in die Pedale getreten / Foto: EXPA/Johann Groder Sensationell auch die Leistung der Damen-Siegerin Janine Meyer, die mit Platz 45 in der Gesamtwertung überraschte. „Das hätte ich mir nie gedacht.“ Mit Belinda Holzer aus Reith/Seefeld landete die beste Tirolerin als Dritte am Podium / Foto: EXPA Pictures

Das hat ja fast eine Ewigkeit gedauert, doch 2025 war es endlich wieder einmal soweit – erstmals seit dem Jahr 2012 hatte sich beim Ötztaler Radmarathon wieder ein Tiroler das oberste Podest erkämpft. Herzlichen Glückwunsch an den Imster Daniel Federspiel! Die Tiroler Dominanz an diesem Tag untermauerte mit dem erst 20-jährigen Längenfelder Jonas Holzknecht auf Platz zwei ein echter Lokalmatador.

20.000 Trainingskilometer, 800 Stunden – Daniel Federspiel hatte nichts unversucht gelassen, um heuer erstmals seinen Traum vom „Ötzi“-Sieg in die Realität umzusetzen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Nach 227 Kilometern (5500 Hm) über Kühtai, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch mit Start und Ziel in Sölden (Siegerzeit 6:48:27 Stunden) sollte der Wunsch des 38-Jährigen, der im Vorfeld noch spaßhalber gesagt hatte – „Mit einem Sieg beim Ötztaler bist der Bürgermeister von Tirol“ – tatsächlich in Erfüllung gehen. „Ich kann es selbst nicht glauben. Die Fans waren überall unglaublich, vor allem am Timmelsjoch. Da konnte ich nicht mehr langsamer fahren.“

Den Lorbeerkranz überreichte dem Sieger sein Freund Toni Palzer, die bayerische Berglauf-, Skitouren- und Rennrad-Legende. Viel geschlafen hatte Federspiel nicht, erzählte er: „Ich bin um 0.30 Uhr aufgewacht und habe kein Auge mehr zugetan.“ Helene Fischer ließ grüßen – „Schlaflos durch die Nacht.“

Die Entscheidung an diesem Tag war am Timmelsjoch gefallen, als Federspiel den bis dahin führenden Vorjahressieger Jack Burke aus Kanada buchstäblich stehen ließ. „Feder“ war zuvor noch drei Minuten zurückgelegen.