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Leidenschaftlich, wie man ihn kennt – Greg Holst

Leidenschaftlich, wie man ihn kennt – Greg Holst / Foto: Böhm

Greg Holst ist da!

In der Olympiastadt hatte er sich Legendenruf erworben. Das „go-Holst-go“ ist heute noch hörbar in den Katakomben des altehrwürdigen Stadions. 315 Tage, nachdem er zuletzt in Villach als Trainer in der österreichischen Eishockey-Liga an der Bande gestanden war, 31 Jahre nach seinem Debüt in Innsbruck, kehrte er an die Stätte seiner Erfolge zurück. Als Trainer. Und sein Ruf blieb ungebrochen. Dutzende Kiebitze sorgten beim ersten Training des 54-Jährigen für einen Besucherrekord. „Man sieht, wie schnell die Zeit vergeht“, so Greg, ehe er in englisch seine ersten taktischen Vorstöße wagte. Ein erstes Abtasten und Kennenlernen.

 

Die Pressekonferenz bildete den Abschluss eines turbulenten Tages. „Natürlich bin ich müde, aber glauben Sie, Ron würde nicht gerne mit mir tauschen?“, war Holst in Gedanken beim schwer erkrankten Ron Kennedy: „Ich habe zwei Aufgaben hier. Ich will Ron und dem Team helfen, so gut wie ich kann.“

 

Der Einstand glückte der Legende fast nach Maß. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Sturmpartner Bill Gilligan, der Graz coachte, gelang ein wichtiger Sieg. Mit einem emotionalen Höhepunkt vor Spielbeginn. Ron Kennedy ging noch einmal in die Kabine der Haie, bevor die Strahlentherapie gegen seinen zurückgekehrten Krebs begann. 30 Sekunden dauert seine kurze Ansprache. Lange genug, um nachdenkliche Spieler zu hinterlassen.

 

„Das, was jetzt mit Ron passiert, ist mit nichts zu vergleichen“, meinte Torhüter Kotyk. Nein – einen normalen Trainerwechsel erlebten die Haie nicht. „Auf der Mannschaft lag ein großer Druck, ich bin stolz darauf, wie sie damit umgegangen ist“, verteilte Holst Lob statt Kritik nach dem Sieg gegen Graz. Obwohl die Haie erst im Schlussdrittel Akzente setzten und letztlich sogar glücklich 2:1 n. V. gewannen. Ein Sieg, den sich Holst nicht selbst zuschreiben wollte: „Jedes Spiel, das wir heuer gewinnen, ist ein Sieg für Ron Kennedy.“

 

Ein Erfolg, den Holst nicht überbewerten wollte. Mit Recht – in Jesenice gerieten die Haie bereits nach 77 Sekunden in Unterzahl und nach 91 Sekunden in Rückstand. Die Tiroler mussten als Verlierer die Halle verlassen. Holst nahm’s nicht weiter tragisch, „müssen wir eben in Laibach gewinnen“.

 

Im Duell mit dem direkten Konkurrenten aus Laibach bekam Holst eine Überdosis Zeit, um sein Team kennenzulernen. Nachdem sich mitten auf der Spielfläche ein Loch gebildet hatte, dauerte die letzte Drittelpause eine Stunde statt der üblichen 15 Minuten. Zu lange? In Tirol löste die überlange Unterbrechung durchaus Freude aus. „Wir haben schon mit der Liga gesprochen. Das Spiel wird wohl 2:1 oder 5:0 strafverifiziert“, sah sich HCI-Obmann Günther Hanschitz als sicherer Sieger. Doch dann konnte das Problem doch noch behoben werden. Steve Guollas Penalty in der Verlängerung bedeutete später den Sieg.

 

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